Donnerstag, 19. März 2015

Gedicht #2 "Sinnlosigkeit des Lebens"

Warum eigentlich? Warum leben? Dieses Gedicht fasste das endlose Gefühl der Sinnlosigkeit sehr gut zusammen.

Ich habe das Gedicht auf der Webseite gedichte.com, geschrieben von einer Person namens "Söckchen", welche seit 2006 nichts mehr gepostet hat. Mir gefällt sehr, dass es so chaotisch ist. Es gibt dreier, vierer fünfer, sechser und siebner Strophen, was zu diesem unregelmäßigen Reimschema passt. Auffällig im Reimschema sind die Wiederholungen von "Sinn" "Ziel" und "Leben". Ab Vers Nummer sechs sind es vorwiegend Paarreime. Dieses Gedicht ist sehr schwer zu analysieren. Es ist kaum möglich, das Metrom heraus zu finden da es unregelmässig ist.





Sinnlosigkeit des Lebens


Suche irgendein Ziel.
Suche irgendein Sinn.
Drehe mich im Kreis.
Frage mich was ich eigentlich bin?!

Kein Ziel.
Kein Sinn
Laufe durchs leben wie blind.

Hoffnung auf einen Ort,
wo ich sein kann wie ich bin.
Von den Problemen will ich fort.
Hier ergebe ich keinen Sinn.

Sinnlosigkeit des Lebens
lässt mich oft zum Tod hinstreben.
Sinnlosigkeit des Lebens,
was soll sie mir schon geben?

Wo find ich den Sinn für mein Leben?
Die Antwort wird mir keiner geben.
Denke dran, mir das Leben zu nehmen,
aber der Tod wird mir nichts geben.
Kein Ziel.
Kein sinn.
So leb ich weiter vor mich hin.
 

http://gutezitate.com/zitat/136424













Die Zeit vergeht.

Mein Leben verweht.
Wie ein Film läuft das Leben vor mir ab.
Schau wie Gott auf die Menschen herab.
Wie ein Film fang ich immer wieder von vorne an,
zum Schluss doch wieder an nichts gelangt.

Sehe mich in der Pfütze stehen.
Vor lauter Regen nichts Gutes zu sehen.
Schaff ich es mal rauszugelangen,
klebt an mir der Rest des Schlammes.

Mit diesem Leben an mir klebend suche ich wie verrückt nach Licht,
ein bisschen Helligkeit in diesem Nichts.
Suche den Sinn wie ein von tausend Sternen.
Aber jedes Funkeln wird sich doch wieder entfernen.

Vor Verzweiflung könnt ich sterben.
Aus diesem Leben werd ich nichts lernen.
Nichts ist einer Erinnerung wert,
mein Leben scheint falsch und verkehrt.

So richtig zufrieden werd ich wohl nie sein.
So lächele ich einfach zum guten Schein.
Laufe durchs Leben voller Sinnlosigkeit.
Was kann mir das schon geben?
Wozu soll ich eigentlich leben?


Hier geht's zur Webseite: https://www.gedichte.com/threads/77914-Sinnlosigkeit-des-Lebens

Sonntag, 1. März 2015

Gedicht #3 "Kompliziertes Innenleben" - Hauptgedicht

Von unseren 5 Gedichten mussten wir eines aussuchen, das unser Hauptgedicht ist. Mich haben die Texte und vorallem auch die Biorafie von Mascha Kaléko, einer Autorin, die ich bisher nicht kannte, sehr gepackt.

 Mascha Kaléko ist am 7. Juni 1907 in Polen geboren und starb am 21. Januar 1975 in Zürich. Ihre Familie zog von Polen nach Berlin wo sie ihre Jugend und ihr junges erwachsenen Leben verbachte. Sie schrieb oft Gedichte für Zeitungen und wurde schon bald sehr berühmt. Ein Problem gab es aber. Sie war Jüdin und musste so mit Anbruch des Krieges nach Amerika auswandern. Sie und ihre Familie schafften es als einige der letzten. Dort lebte sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn. Als der Krieg zu Ende war, zogen ihr Mann und sie zurück nach Berlin. Ihre Gedicht fanden erneut sofortigen anklang. Danach zog sie ihrem Mann zuliebe nach Jerusalem, wo sie allerdings völlig abgeschieden und traurig lebte. Ihr Mann verstarb und kurz darauf ihr Sohn, der in Amerika geblieben war. Erst nach diesen schrecklichen Ereignissen, fand sie wider Kraft um zu Schreiben. 1974 besuchte sie ein letztes Mal Berlin. Immer wieder erwähnt sie in den Gedichten, wie sehr sie diese Stadt vermisst.


Das Gedicht handelt von ihrem Innenleben. Ich denke es handelt von einem Mann, den sie liebt, solange er nicht da ist, doch wenn sie ihn sieht, hat sie das Gefühl, sie braucht ihn nicht mehr.

Das Gedicht ist noch vor dem Krieg entstanden. Sie hat es in einem Buch herausgegeben.

Es ist schwer zu sagen, in wie weit das Gedicht in die Sammlung passt. Ich denke sie selbst sieht diese Art von Beziehung als sinnlos an, wenn sie sie haben kann, doch sobald sie die Beziehung nicht haben kann, ist sie für sie das Wichtigste.


Mir fällt es schwer zu sagen, in welche Stimmung mich das Gedicht versetzt. Ich denke es kommt auf den Kontext an. An manchen Tagen wenn ich es lese, stimmt es mich beinahe heiter, an anderen ist es herzzerreissend. Ich stelle mir oft vor, wie es wohl dem Mann dabei erging. Zum einen Liebte sie ihn über alles, aber nur wenn er fort war. Womöglich schrieb sie ihm Briefe, doch sobald er dann endlich bei ihr war, zeigte sie kaum noch Interesse. Diese Beziehung muss sehr kompliziert und traurig gewesen sein.

Ich denke die Autorin selbst ist verwirrt von sich selbst. Sie benimmt sich unwissend und macht sich selbst klein in diesem Gedicht. Sie ist enttäuscht von allen, aber vor allem von sich selbst.

Mich haben zwei Dinge im Gedicht verwirrt:

1.     Der Satz: Unsre Grossen gleichen noch den Zwergen.
Wen meint sie mit „Grossen“? Grossen Träume, Grossen Pläne?

2.     Der Satz: wenn du kommst, ist jeder Tag ein Garten.
Ich habe das Wort gegoogelt und dennoch nichts herausgefunden. In Dominics Blog gibt es ein Gedicht in welchem ein Garten für etwas positiven steht, aber in diesem falle bin ich mir sicher, dass es nichts positives sein kann. Deswegen verwirrt mich dieser Satz so.

Ich finde, trotzdem das Gedicht schon so alt ist, wirkt es sehr modern. Noch heute passen fast alle ihre Gedichte in unsre Zeit. Ich kannte die Autorin zuvor nicht, bin aber mittlerweile ein riesen Fan! Ich kann Jedem empfehlen, ihre Gedichte zu lesen.


Hier nun eines meiner Lieblings Gedichte:




Hinter jedem Abschied steht ein Warten.
Wenn dein Schritt verhallt ist, sehn ich mich.
wenn du kommst, ist jeder Tag ein Garten.
- Aber wenn du fort bist, lieb ich dich...

Manchmal seh ich auf zu Sternmillionen.

Ob das Glück stets hinter Wolken liegt?
Ach, ich möchte in den Nächten wohnen,
Wo kein «morgen um die Ecke biegt.

Kommst du, sehn ich mich nach tausend Dingen,

Wächst der Abgrund zwischen dir und mir,
Spür ich altes Fernweh in mir klingen.
- Aber wenn du fort bist, gilt es dir.

Unser Schicksal lauert hinter Bergen.

Schönes Jenseits, das wir nicht verstehen.
Unsre Grossen gleichen noch den Zwergen,
Und nichts bleibt uns als emporzusehn.

Gibt es Träume, die noch nicht zerrissen,

Gibts ein Glück, das hielt, was es versprach?
Ach, wir Dummen werdens niemals wissen.
Und die Klugen forschen nicht danach...





Samstag, 28. Februar 2015

Gedicht #4 DIE HUNDERT MÄNNER VON HASWELL


Im Jahre 1844 kostete ein Grubenunglück 100 Minenarbeiter das Leben. Georg Weerth schreibt in seinem Gedicht von der Armut und der Not der Arbeiter, während seiner Zeit in England. Geboren ist er 1822 in Deutschland und starb 1856 in Havanna Kuba. Er war Schriftsteller, Journalist und Kaufmann.
Das Gedicht ist in fünf Strophen zu je vier Versen unterteilt (Quartett). In jeder Strophe reimt sich der zweite mit dem letzten Vers, ansonsten ist das Reimschema unregelmässig: ABCB/ DEAE/ FGAG/ AHGH/ IJKJ
Das Wort „Haswell“ kommt als identischer Reim ausser in der letzten Strophe vor. Die Kadenz ist bis auf Vers 15 (männlich) immer abwechselnd weiblich und männlich. Das Metrom ist unregelmässig, besteht aber vorwiegend aus dreihebigen Jamben.

Das Gedicht gefällt mir persönlich sehr gut, da die Tragik der Katastrophe in wenigen Zeilen treffend zusammengefasst wird. Sie macht auf das Leid und die grosse Ungerechtigkeit der Arbeiter gegenüber dem Grubenbesitzer aufmerksam. Für mich ist die Sinnlosigkeit in diesem Gedicht die Tatsache, dass die Männer arbeiten gehen, um Frau und Kinder zu ernähren, doch weil die Arbeit so gefährlich ist, sterben sie und sind nicht mehr in der Lage für ihre Familien zu sorgen. Wie paradox ist das?




Die hundert Männer von Haswell,
Die starben an einem Tag;
Die starben zu einer Stunde;
Die starben auf einen Schlag.

Und als sie still begraben,
Da kamen hundert Fraun;
Wohl hundert Fraun von Haswell,
Gar kläglich anzuschaun.

Sie kamen mit ihren Kindern,
Sie kamen mit Tochter und Sohn:
"Du reicher Herr von Haswell,
Nun gib uns unsren Lohn!"

Der reiche Herr von Haswell,
Der stand nicht lange an;
Er zahlte wohl den Wochenlohn
Für jeden gestorbenen Mann.

Und als der Lohn bezahlt,
Da schloss er die Kiste zu.
Die eisernen Riegel klangen,
Die Weiber weinten dazu.

                            -1845

Georg Weerth (1822-1856)

Sonntag, 1. Februar 2015

Gedicht #5 "Wolke 7"


Max Herre ist 1973 in Stuttgart geboren und hatte seinen Durchbruch mit der deutschsprachigen Band "Freundeskreis". 2000 löste sich die Band auf. Vier Jahre später begann seine Solokarriere. 2014 wurde er als HipHoper des Jahres gekürt und ist heute aus den Radios kaum mehr wegzudenken. Meist sind seine Texte sehr lebensbejahend, doch ein Song, der meiner Meinung sehr gut ein mein Blogthema passt, schrieb er zusammen mit Philipp Poisel. Der Song "Wolke 7" war fünf Wochen topten der  deutschen Singelcharts. Das Lied, welches 2012 erschien, hat zwei Strophen, die von Max Herre gerappt werden und drei Refrains, die Philipp Poisel singt. 
Der Text besteht vorwiegend aus einem 4-hebigen Trochäus. Die Kadenz ist abwechselnd weiblich und männlich. Es sind Paarreime (aa/bb/cc/dd) die aber teilweise unrein sind, was bedeutet, dass sich die Worte (klanglich) nicht wirklich reimen, wie bei Vers eins und zwei. Zeile neun und zehn sind identische Reime (sein/sein), worauf ein dritter Reim folgt (ein) der nicht mehr identisch ist, sich aber trotzdem reimt.
Mir gefält das Lied (der Text), weil es das Bodenlose sehr gut beschreibt. Eine Art von Hilflosigkeit durchmischt mit Melancholie, was oft zu tristen Lebenssituationen passt. Die Lasten des Alltags ermüden. Obwohl man alles hat, fällt das Leben schwer. Ein Alptraum auf Wolke 7. Eine Unzufriedenheit auf so hohem Niveau, dass man gar keinen Sinn mehr darin finden kann. Vor lauter Dingen sich innerlich leer fühlen.

Dinge kommen, Dinge gehen
Sinn und Unsinn des Lebens
Kopf in den Wolken, Kopf im Sand
Hoch geflogen und so oft verbrannt
Alles dreht sich und es dreht sich täglich
Die Kraft in dir trägt und verrät dich
Mann im Spiegel - Hass oder Liebe
Er treibt dich vor sich her und er macht dich müde
Und du willst jemand anders sein, 
wer kann das sein, 
mir fällt keiner ein
Und du willst nicht machen, was du machst
Trotzdem sitzt du wieder hier, schreibst die ganze Nacht
Falscher Stolz, Eitelkeit
Dein Leben, doch für das Leben keine Zeit
Mit dieser Leere Bücher vollgeschrieben
Dein Albtraum auf Wolke 7

Und ich schließe die Augen 
vor all diesen Fragen,
weil es schwer ist die Zweifel, 
auf den Schultern zu tragen
also schließe ich die Augen, 
um an etwas zu glauben, 
ist es wert dich zu lieben
und das Leben zu lieben, 
hier auf Wolke 7

Dinge kommen, Dinge gehen
Angst vorm Fallen, lieber für nichts mehr stehen
In den Bilderfluten nichts mehr sehen
Und dann mit wehenden Fahnen untergehen
Nachts in Katakomben abfliegen
In Katakonter wieder abschießen.
Und im Gedränge untertauchen
An nichts außer an Wunder glauben
Und du willst woanders sein, 
wo kann das sein, 
es fällt dir gerade nicht ein
Dicker Schädel und ne dünne Haut
Jeden kennen, aber niemandem trauen
Alles gesagt und es will keiner hören
Es wär so einfach, wenn's nicht so einfach wär
Und all die Widersprüche totgeschwiegen
Mein Albtraum auf Wolke 7












Und ich schließe die Augen 
vor all diesen Fragen,
weil es schwer ist die Zweifel, 
auf den Schultern zu tragen
also schließe ich die Augen, 
um an etwas zu glauben, 
ist es wert es zu lieben
und das Leben zu lieben
und ich schließe die Augen
vor all diesen Fragen
ich bin müde vom Zweifeln
nach all diesen Tagen

Also schließe ich die Augen
(Dinge kommen, Dinge gehen)
Um an etwas zu glauben
(Kopf in den Wolken, Kopf im Sand)
Ist es wert dich zu lieben
(Hoch geflogen und so oft verbrannt)
Dieses Leben zu lieben
(Mann im Spiegel - Hass oder LiebeDein Albtraum auf Wolke 7)
Auf Wolke 7, 7, 7 ...

Freitag, 30. Januar 2015

Fazit

Das Thema war für mich schwerer als gedacht. Ich musste feststellen, dass Sinnlosigkeit für jeden etwas anderes ist. Die einen sehen sie im Leben, die anderen in der Liebe und wider andere in sich selbst. Als ich begonnen habe, all die Gedichte und Texte zu lesen habe ich bemerkt, dass diese Sinnlosigkeit nichts Dauerhaftes ist. Ich denke alles, was einst Sinn gemacht hat, wird irgendwann sinnlos, da sich unsere Ansichten und Gedanken ändern. Und genauso kann etwas Sinnloses zu etwas Sinnvollem werden.  Sinnlosigkeit ist nicht greifbar und bedeutet für jeden etwas Anderes.

Eines hatten die Autorinnen und Autoren aber gemeinsam: Mir viel auf, dass alle, die über sie Sinnlosigkeit des Lebens schrieben, entweder eine tiefe Trauer oder Wut in sich trugen, ausgelöst durch Ungerechtigkeit, Verzweiflung oder Enttäuschung.

Ich habe sehr viel über das Gedichte schreiben selbst gelernt. Wenn man ein Gedicht hört, dann ist es, als ob an ein Bild eines Künstlers betrachtet. Doch wie er die Pinselstriche zieht, oder welche Farbe er zur Grundierung verwendet sieht man erst, wenn man dahinter Blickt. Mich persönlich hat dieser Einblick sehr begeistert.

Ich denke, mir ist die Auswahl der Gedichte relativ gut gelungen. Jedes handelt von einem völlig unterschiedlich gleichen Thema. Ich habe versucht, aus möglichst verschiedenen Epochen Gedichte zu nehmen. Auch dies ist sehr gut rausgekommen.

Mir hat es Spass gemacht, einmal eine Deutscharbeit am Computer zu verfassen und diese Online zu stellen. Vielleicht werde ich sogar privat anfangen, einen Blog zu erstellen.